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Vorstellung der Initiative Zivilcourage Hoyerswerda
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„Wenn eine Stadt schön und begehrenswert, ihren Bürgern Heimstatt und ihren Besuchern eine gute Gastgeberin sein will, wenn sie möchte, dass die Menschen sich wohlfühlen, dass sie bleiben, sich ansiedeln und investieren, dann hat sie sich auf ihre Stärken zu besinnen.“ (aus dem Leitbild der Stadt Hoyerswerda)
In der Initiative „Zivilcourage Hoyerswerda“ sammeln sich engagierte Hoyerswerdaer Bürger und Bürgerinnen, die neben den im Leitbild genannten Stärken eine neue ‚wecken’ wollen:
Hoyerswerda erlebt in den letzten Jahren gravierende Herausforderungen. Die Neustadt wird in Größenordnungen umgebaut. Es gilt nun, nach den letzten 50 Jahren einer zweigeteilten Stadt mit ganz unterschiedlichen Traditionen und Lebensentwürfen eine neue, gemeinsame ‚Dritte Stadt’ zu gestalten. Dieser Umbau und die Suche nach einer gemeinsamen Identität verunsichert auch, da viele Menschen von den Veränderungen betroffen sind.
Es wird nun erlebt, dass die vorhandenen Zukunftssorgen und Ängste der Bewohner rechtsradikale Gruppen ausnutzen wollen, indem sie Aggression und Neid gegen Menschen nichtdeutscher Nationalität schüren. Was die Aktionen einiger Weniger für Folgen haben, erfuhren die Bürger nach den ausländerfeindlichen Übergriffen 1991. Hoyerswerda haftet seitdem – sogar über die Landesgrenzen hinaus – das Stigma einer rechtsradikalen Hochburg an, vor der sich Menschen mit einer anderen Sprache oder Hautfarbe fernhalten sollten.
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Maßnahmen und Veranstaltungen zur Aufklärung über den Rechtsradikalismus durchgeführt. Trotz dieser Bemühungen ist ein verstärktes Agieren rechter Gruppen in Hoyerswerda zu beobachten, die durch Postwurfsendungen oder illegales Plakatieren auf die Öffentlichkeit Einfluss nehmen wollen. Ein erschreckender Höhepunkt war die Demonstration am 30. September 2006 aus Anlass des 15. Jahrestages der ausländerfeindlichen Übergriffe.
Für viele Bürger von Hoyerswerda war dies entwürdigend, dass ihre Stadt wieder zum Aufmarsch von Neonazis missbraucht wurde. Nach diesem Ereigniss trafen sich engagierte Mitbürger/innen sowie Vertreter von Institutionen und Vereinen, deren Ziel es ist, gemeinsam ein breites bürgerschaftliches Engagement aufzubauen. Es entstand die Initiative „Zivilcourage Hoyerswerda“.
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- Unterschriftenaktion „NONPD“ am Ehrenhain - Gottesdienst zur Interkulturellen Woche im King-Haus - Buchlesung mit Lutz Rathenow im Schlosssaal mit dem Kunstverein
- Theaterabend „Machtspiele“ im Jugenclubhaus Ossi mit dem IB und der Kufa - Begegnungsabend im King-Haus - Kinoabend „Black Book“ in der Kulturfabrik
- „Weltenflug“im Jugenclubhaus Ossi mit dem IB und der RAA - Fest der Weltkulturen in der Kulturfabrik - Filmprojekt „Ausländerkinder in Hoyerswerda“ mit der Kufa
- Multikulturelle Weihnachtsfeier im Tafel-Treff - Volleyballturnier in der Jahnsporthalle mit dem Sportclub Hoyerswerda
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- Recherche in allen Presseshops in Hoyerswerda und Erstellung einer Liste über das Angebot rechter Presse
- mehrmalige Flugblattaktionen zur Aufklärung der Bevölkerung über das Angebot von Thor-Steinar-Ware in einem Laden des Lausitzcenters in Hoyerswerda in Zusammenarbeit mit einer Gruppe interessierter Jugendlicher
- monatliche Treffen der Initiative, zum Teil mit Gästen z.B. Leiter des Polizeireviers, Leiterin des Bürgeramtes mit dem Ziel der Vernetzung und der kurzen Informationswege
- gezielte Gespräche mit potentiellen Unterstützern der Initiative, Vorstellung der Ziele in Fraktionssitzungen
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unterstützt durch das Förderprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz
- Frühjahrsputz – gemeinsam mit vielen Freiwilligen wurden akute Stellen in der Stadt von Schmierereien befreit, außerdem wurden Schulen zur Patenschaft über bestimmte Objekte animiert in Zusammenarbeit mit den Versorgungsbetrieben der Stadt
- eine große Wand wurde von einem jugendlichen Künstler neu gestaltet und einer Grundschule zur weiteren Betreuung übergeben
- Wanderausstellung „Vorurteile machen blind“ von „Weiterdenken“ Böll-Stiftung wurde einen Monat lang an drei Orten (Martin-Luther-King-Haus, Soziokulturelles Zentrum, Lessing-Gymnasium) gezeigt und mit Workshops begleitet
- Theaterstück „UnterMenschen“ – ein Stück von und mit Jugendlichen zum Thema Ausländerfeindlichkeit mit anschließender Diskussion, gezeigt im Soziokulturellen Zentrum
- Filmangebot „Roots Germania“, 5 x gezeigt im Soziokulturellen Zentrum - „Fest der Weltkulturen“ im Soziokulturellen Zentrum mit Trommeln, Bauchtanz, Vorstellung des deutsch-polnischen Infobüros, des Mosambik e.V. und des Ramadan
- „Instant Acts“ – internationales Jugendtheater mit Workshops und Aufführungen im Soziokulturellen Zentrum - Weiterbildungsangebot „Rechtliche Aspekte der Zivilcourage“
- monatliche Treffen der Initiative, Einbindung einer Gruppe Jugendlicher aus dem Lessing-Gymnasium - spontane Gegenaktion zu einer rechten Flashmop-Aktion, die dadurch an der Ausführung gehindert wurde
- Mitherausgeber und Verteiler einer Schrift über „Rechtsextreme Aktivitäten im vorpolitischen Raum“
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